Fujifilm ist ein Kameraproduzent, der konsequent auf spiegellose Kameras setzt, sowohl mit dem günstigeren APS-C-Sensor als auch mit dem Profi-Mittelformat-Sensor. Das innovative System mit dem X-Bajonett verschaffte Fujifilm in den letzten 8 Jahren einen enormen Erfolg in der Kameraindustrie und eine große treue Fangemeinde.

Das erste Modell der X-Serie war im Jahr 2012 die X-Pro1. Diese verwendete erstmals den Fujifilm-X-Trans-Sensor. Er arbeitet mit einem unregelmäßigen Pixelmuster, welches der Körnigkeit klassischer analoger Filme näher ist. Dadurch kann der X-Trans-Sensor störende Moiré-Effekte minimieren, so dass keine Anti-Aliasing-Filter mehr benötigt werden, was wiederum eine höhere Bildauflösung erlaubt.

Herkömmliche Bayer-Sensoren besitzen eine sehr regelmäßige Pixelanordnung, bei der sich Rot, Grün oder Blau regelmäßig wiederholen. Der dadurch erforderliche Anti-Aliasing-Filter verringert stark die effektive Auflösung. Bis heute besitzen nur Fujifilm-Systemkameras den X-Trans-CMOS-Sensor, der seit 2012 stets weiter verbessert und optimiert wurde.

Was genau sind eigentlich Systemkameras?

Systemkameras sind Kameramodelle mit austauschbaren Komponenten, nämlich die Kamera und das Objektiv (englisch: body und lens). Im Gegensatz dazu sind Kompaktkameras oder Bridgekameras keine Systemkameras, da man dort das Objektiv nicht wechseln kann. Viele benutzen den Begriff Systemkamera aber auch als Synonym für spiegellose Systemkameras (DSLM: Digital Single Lens Mirrorless). Aber eigentlich sind Spiegelreflexkameras ebenfalls Systemkameras, da auch dort das Objektiv wechselbar ist.

DSLM-Systemkameras verfügen nicht über einen Spiegel, weshalb sowohl der Spiegelkasten als auch der optische Sucher entfallen. Stattdessen überträgt der Sensor das Bild direkt an das Display auf der Kamerarückseite, oder an den elektronischen Sucher.

Dadurch können spiegellose Systemkameras wesentlich leichter und kompakter sein und Fotografen können diese leichter ständig dabei haben. Ein weiterer Vorteil ist der elektronische Sucher, der das Bildmotiv elektronisch direkt vom Sensor erhält, wodurch der Fotograf das Bild fast in Echtzeit genau mit der Belichtung sieht, wie es später auf dem Foto erscheint. So kann sich der Fotograf schon während der Aufnahme sicher sein, richtig zu belichten und sieht, wie sich seine Einstellungen auf das Bild auswirken.

Bei digitalen Spiegelreflexkameras kann man über den optischen Sucher zwar fokussieren, aber man weiß nicht, wie Belichtung, Farbstil oder Weißabgleich auf dem Foto später aussehen. Spiegelreflexkameras von z.B. Canon oder Nikon hatten später (durch Hochklappen des Spiegels) die Möglichkeit einer “Live-View” auf dem rückwärtigen Display eingeführt, aber diese kam nie an die Schnelligkeit und Brillianz der elektronischen Sucher von DSLM heran.

Die Kamera-Modelle und Objektive der Fujifilm Systemkameras

Während die X-Pro1 noch ein Hybrid war, also auch noch einen optischen Sucher besaß, hatte die ebenfalls 2012 erschienene Fujifilm X-E1 und deren Nachfolger X-E2 einen elektronischen Sucher und einen Display auf der Rückseite der Kamera. Während die X-Pro1 und X-E1 im Aussehen eher den klassischen Rangefinder-Kameras ähnelten, brachte Fujifilm 2014 die X-T1 heraus, die im Design an den Stil von Spiegelreflexkameras angelehnt war. Die X-T1 war deshalb so beliebt, weil sie nicht nur im Aussehen an die klassischen analogen Kameras angelehnt war, sondern weil der Fotograf durch mechanische Drehknöpfe für ISO, Verschlusszeit und Belichtungsausgleich die Kamera einstellen kann, noch bevor er sie überhaupt einzuschalten oder ins Kameramenü zu gehen braucht.

Der Nachfolger X-T2 (2016) hatte statt 16 Megapixel (MP) einen 24 MP X-Trans-III-Sensor, einen neuen Autofokus sowie 4K-Video. Die 2018 erschienene Fujifilm X-T3 kam mit einem 26 MP -X-Trans-4-Sensor und noch weiter verbessertem Autofokus und schnellerem Bildprozessor. Aktuelles Modell dieser Reihe ist die Fujifilm X-T4 von 2020, die als Neuheit unter anderem IBIS besitzt, also eine Bildstabilisation vollständig im Kameragehäuse durch einen entsprechend beweglichen Sensor.

Daneben gab es ab 2015 die Fujifilm X-T10 als einfacheres Modell im Vergleich zur X-T1, deren Nachfolger die X-T20 (2017) und X-T30 (2019) sind. Die X-Pro1 wurde zur X-Pro2 (2016) und X-Pro3 (2019) weiterentwickelt. Daneben gab es die X-T100 (2018) als neues Einsteigermodell und deren Nachfolger X-T200 (2020).

Die absoluten Einsteiger-Modelle der X-A und X-M-Serie verzichteten auf die X-Trans-Farbfilter und haben herkömmliche Bayer-Filter, und besitzen auch keinen elektronischen Sucher, aber dennoch hatten die ebenfalls 16 MP und später 24 MP auflösenden Sensoren dieser Einsteiger-Serie eine hervorragende Bildqualität.

Für die Systemkameras der X-Serie entwarf Fujifilm einen völlig neuen eigenen Objektivanschluss, der als X-Bajonett bezeichnet wird. Das Objektivsortiment von Fujifilm ist ausschließlich für deren spiegellose Systemkameras mit Bildsensoren im APS-C-Format konzipiert. Fremdobjektive für den X-Mount bieten derzeit lediglich Zeiss und Samyang an.

Es stehen lichstarke Festbrennweiten zur Auswahl, vom XF 14mm F2.8 über das XF 35mm F1.4 bis zum XF 90mm F2, um nur eine Auswahl zu nennen. Bei den Zoomobjektiven kann man wählen zwischen Standardobjektiven wie dem XF 18-55mm F2.8-4, Telezooms wie XF 55-200mm F3.5-4.8 oder weitwinkligen Zooms wie dem XF 10-24mm F4. Die günstigeren, nicht ganz so lichtstarken XC-Objektive wie das XC 16-50mm F3.5-5.6 oder das XC 50-230mm F4.5-6.7 sind meist als Kit-Objektiv zu den günstigeren Modellen erhältlich, aber besitzen dennoch hervorragende Abbildungseigenschaften sowie Bildstabilisatoren (OIS).

Insgesamt lässt sich wohl sagen, dass Spiegelreflexkameras mittlerweile am Aussterben sind, und den spiegellosen Systemkameras die Zukunft gehört. Fujifilm überzeugt hier mit einer brillanten Bildqualität ihrer APS-C-Sensoren, die von Auflösung, Dynamikumfang, Farbwiedergabe, geringem ISO-Rauschen und Schnelligkeit des Autofokus mittlerweile den Vollformat- bzw. Kleinbildformat-Sensoren mehr als ebenbürtig sind. Eine große Auswahl von Fujifilm Systemkameras finden Sie u.a. bei Foto Bantle.